Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus

© 2020, ProLitteris, Zurich © 2020, ProLitteris, Zurich

8.5.-15.8.2021
Moment.Monument, Aspekte zeitgenössischer Skulptur
17.4.– 5.9.2021 | Bethan Huws

Kunst Museum Winterthur | Beim Stadthaus
Museumstrasse 52, 8400 Winterthur

17.April bis  5.September 2021
Bethan Huws
Works on Paper / Word Vitrines

A WORK OF ART WITHOUT EMOTION IS NOT A WORK OF ART. Das Statement, welches die 1961 in Bangor, Wales geborene und heute in Paris und Berlin lebende Bethan Huws als Neonschrift für das Kunst Museum Winterthur realisieren wird, ist programmatisch zu verstehen, auch wenn die Künstlerin die prominente Aussage gleich selbst wieder in Frage stellt: ARE YOU SURE? Die vom Galerieverein in Auftrag gegebene zweiteilige Neon­arbeit wird die beiden Gebäude des Museums visuell und gedanklich miteinander verbinden. Um die Einweihung des Werks zu feiern und das öffentlich zugängliche Werk in Bethan Huws’ Schaffen einzubinden, präsentiert das Kunst Museum Winterthur zwei wesentliche Aspekte im multimedialen und konzeptuellen Œuvre der Künstlerin: Works on Paper / Word Vitrines.
Works on Paper: Bethan Huws’ Aquarelle sind von einer unvergleichlichen Zartheit und Verletzlichkeit. Der Akt des Zeichnens ist auch einer der persönlichen Erinnerung. Das kann eine Reminiszenz an bestimmte Orte oder Dinge sein. Die Künstlerin konzentriert ihre Erinnerungsbilder so, dass diese etwas Allgemeingültiges erhalten, bzw. die Grenzen zur Abstraktion überschreiten. Parallel dazu entstehen als weiterer Zeichnungsstrang feingliedrige abstrakte Strukturen, welche die Bildfläche subtil gliedern. Bei den Word Vitrines handelt es sich um handelsübliche Metallkästen mit Glasfront und schwarzer Rückwand, die der Information dienen, beispielsweise als Preis- und Angebotsübersicht im Restaurant. Die Künstlerin bespielt diese Alltagsobjekte mit kurzen Texten und verwandelt sie so in komplexe Sprachbilder.
Bethan Huws’ Werk wird seit den frühen 1990er Jahren weltweit ausgestellt, so u.a. 2006 im Bonnefantenmuseum in Maastricht und 2016 in Kolumba, dem Kunstmuseum des Erzbistums Köln. Das Kunst Museum Winterthur konzentriert sich gezielt auf zwei wesentliche Aspekte ihres Schaffens. Die Ausstellung ist zweiteilig angelegt, um zusätzlich die Verbindung der beiden Ausstellungshäuser zu betonen: ARE YOU SURE?

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8. Mai bis 15. August 2021
Moment.Monument
Aspekte zeitgenössischer Skulptur

Ein Monument – vom Lateinischen monere erinnern; monumentum Denk-mal – ist ein bedeutendes «Denkmal von grossen Massen», ein von Menschenhand gefertigtes Bau- oder Kunstwerk. Im engeren Sinne bezeichnet Monument ein Denk- oder Mahnmal und erinnert an eine historische Persönlichkeit oder ein geschichtliches Ereignis. Stets indes beansprucht das Monument Bedeutung und Gültigkeit.
Monumente finden sich in der zeitgenössischen Kunst, obwohl Marcel Duchamp mit seinen Ready-Mades die Wertigkeiten der bildenden Kunst radikal dekonstruierte und spätestens seit den 1960er Jahren sich ein erweiterter Skulpturbegriff etablierte. Dieser brach das traditionelle Verständnis des Kunstwerkes als Artefakt zugunsten prozesshafter Ansätze auf, welche jede Dimension ewiger Gültigkeit infrage stellten.
Skulptur heute greift die formalen Möglichkeiten der Vergangenheit auf, bestimmt sie indes für die Gegenwart inhaltlich neu. Im Gegensatz zu damals geht es heute weniger um eine kulturelle und gesellschaftliche Revolution, um ein Überwinden eines künstlerischen Kanons, sondern eher um deren inhaltliche und materielle Neubestimmung. Künstlerische Ansätze müssen sich nicht mehr erst als radikaler Bruch mit der Tradition behaupten, sondern bauen auf den formalen Recherchen der Vergangenheit auf, verbinden diese mit den Erfahrungen von heute und schaffen Werke, die von einer eigenen Sensibilität getragen sind. Kunstschaffenden geht es um Strategien der Erzählung und Erinnerung bzw. der poetischen Aufladung, welche die Kunst zur Welt öffnet – als Monumente einer brüchigen Gegenwart.
Die Ausstellung Moment.Monument im Kunst Museum Winterthur präsentiert herausragende Positionen zeitgenössischer Skulptur von Phyllida Barlow (*1944) und Mona Hatoum (*1952) bis zu Simon Starling (*1967) im Spannungsfeld zwischen Dauer und Vergänglichkeit.