Kunsthalle Winterthur

13.9.– 8.11.2020
Adrian Schiess

Kunsthalle Winterthur
Marktgasse 25, 8400 Winterthur

13. September – 8. November 2020
Adrian Schiess
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Vernissage:
Samstag, 12. September 2020, 17 bis 20 Uhr
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Adrian Schiess (*1959, lebt und arbeitet in Zürich und Le Locle) war in der Kunsthalle Winterthur bereits 1984 zu Gast: Er legte damals im Ober- und Seitenlichtsaal individuell bemalte Hölzer und Pappen aus und orientierte sie nach dem jeweils anders einfallenden Licht. Diese frühe Installation war in mancherlei Hinsicht richtungsweisend: Zum einen im Sinne des Bild- oder genauer Farbträgers, der entgegen der malerischen Tradition erstens keine Leinwand war und zweitens nicht senkrecht an der Wand hing, sondern waagrecht auf dem Boden lag. Zum anderen im Primat der Farbe, die weder eine praktische noch darstellende Funktion zu erfüllen hatte und schon gar nicht Ausdruck einer künstlerischen Geste des Autors sein sollte.
36 Jahre später kehrt Adrian Schiess in die Kunsthalle zurück, und zwar mit einer Auswahl sogenannter Fetzen, gemalt im Zeitraum von 1980 bis 1999 auf handelsüblichem Abdeckkarton. Das Interesse an diesem eher armseligen Maluntergrund verdankte sich damals durchaus dem günstigen Preis, gleichzeitig aber auch der Ablehnung eines edlen Bildträgers wie etwa Leinwand. Papier verfügt über gewisse Freiheitsgrade: Es ist für ein allfälliges Scheitern nicht zu kostbar und lässt sich ausserdem sehr einfach in seiner Form verändern, zuschneiden, zerreissen. Da Schiess die zunächst grossen Papiere über längere Zeit hinweg so lange überarbeitete und in kleinere Stücke zerriss, bis sie eine malerische Gültigkeit beanspruchen konnten – sei es als einzelnes Papier, sei es als Teil einer auf Tischen arrangierten Akkumulation – blieben von den einstigen Grossformaten nur sehr wenige übrig.
Adrian Schiess hängt in der Kunsthalle Winterthur eine Mehrzahl der noch vorhandenen grossformatigen Fetzen zu einer raumgreifenden Installation. Diese Zusammenstellung geschieht zum ersten Mal und ist als Experiment ergebnisoffen: Im idealen Fall vereinen sich die einzelnen Farbakkorde zu einem Klang, den Tisch-Arbeiten durchaus ähnlich, allerdings in ungleich grösserem Massstab.
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