Kunst am Landesmuseum

(Foto Studio Willen/Landesmuseum) (Foto Studio Willen/Landesmuseum) (Foto Studio Willen/Landesmuseum) (Studio Willen/Landesmuseum) (Foto Studio Willen/Landesmuseum)

Kunst am Landesmuseum
von Mario Sala

Medienmitteilung/Einweihung Oktober 2016

Das Projekt DVSAVHELDS von Mario Sala verschönert die Fassade des Landesmuseums. Der Künstler aus Winterthur zeigt mit seinen Bildern und Skulpturen die produktiven, aber auch die zerstörerischen menschlichen Eingriffe ins Material.

DVSAVHELDS ist die Abkürzung für «Die Verletzten schreien aus vollem Hals: Es lebe die Schweiz!». Mario Salas Projekt ist das Resultat des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs, den das Bundesamt für Bauten und Logistik 2014 im Rahmen der Gesamtsanierung des Schweizerischen Landesmuseums in Zürich durchgeführt hat. Die Aufgabe des Wettbewerbs lautete, die über ein Jahrhundert lang leer gebliebenen Skulpturennischen und Bildfelder an der hofseitigen Fassade mit einem zeitgenössischen Kunstprojekt zu ergänzen. DVSAVHELDS verbindet sich auf höchst präzise Weise mit dem Museumsbau und seiner Geschichte. Auf die gestellte klassische Aufgabe der Fassadengestaltung antwortet der Künstler mit dem ältesten kulturgeschichtlich bedeutsamen Material – Stein –, verwendet dieses aber auf zeitgenössische, konzeptuelle Art.

Mario Sala bespielt sowohl die Bildfelder, als auch die Skulpturennischen der Fassade des Landesmuseums. In die fünf leer gebliebenen Bildfelder setzt der Künstler mehrschichtig angeordnete, unregelmässig gebrochene Steinplatten von unterschiedlicher Farbigkeit, die Spuren menschlicher Bearbeitung tragen. So wirken die Markierungen auf der einen Platte wie Einschusslöcher, die trichterförmige Öffnung auf der anderen wie das Ergebnis einer Bohrung. In die vier Figurennischen stellt er jeweils durch Kombination von zwei geologisch unterschiedlichen, kaum bearbeiteten Gesteinsbrocken geschaffene Skulpturen, die an archaische Gestalten oder «menschliche Typologien» erinnern. Obwohl der
Künstler den Stein nicht darstellend-erzählerisch, sondern abstrakt einsetzt, haben die entstandenen Formen durchaus einen Aussagegehalt. So konservieren beispielsweise die Felderplatten Spuren von Prozessen. Es sind «versteinerte Zeichen», die von produktiven, aber auch zerstörerischen menschlichen Eingriffen ins Material zeugen.

DVSAVHELDS bietet ein überraschendes, ästhetisch-räumliches Erlebnis, das den Blick auf die Fassade des Landesmuseums grundlegend verändern wird.