Bendicht Fivian

Öl auf Baumwolle, 200 x 266 cm Öl auf Baumwolle, 120 x 140 cm Öl auf Baumwolle, 110 x 100 cm

Bio

geboren 1940 in bern
in winterthur seit 1975


Ausstellungen

diverse einzel- und gruppenausstellungen im in- und ausland


Diverses

kartonschachteln, einkaufstüten, steine, pilze, flaschen ... seit 25 jahren malt bendicht fivian die banalsten gegenstände. das atelier und was er von draussen hereinbringt, liefert ihm stoff genug. zuweilen zieht es ihn auch ins freie, doch bedeutet ihm der berg nicht mehr als der stein, fesselt ihn ein schatten auf dem atelierboden so sehr wie der abendhimmel über dem mont vully. weil er die dinge ihrer spezifischen bedeutung entledigt, gibt es in seiner gegenstandswelt keine hierarchie. das ist auch an seinen „gegenstandsversammlungen“ abzulesen, wo sich natürliches und künstliches, vorgefundenes und eigens hergestelltes, funktionales und dekoratives in der grössten selbstverständlichkeit begegnen. mit ideologie hat diese nivellierung nichts zu tun, geht es fivian doch keineswegs darum, dem unscheinbarem zu würde zu verhelfen. in der tradition von cézanne interessieren ihn die dinge als körper, deren plastizität und stofflichkeit er mit pinsel und farbe auf die fläche zu bringen hat. gleichwohl hat die konzentration auf das naheliegende, alltägliche einen tieferen sinn. dass er die illusion eines plastischen, greifbaren objekts wecken kann, hat er längst bewiesen. nun erfasst er den moment, wo das objekt in erscheinung tritt, das mysterium der verdinglichung, und dafür eignen sich die banalen gegenstände besonders. einem magier vergleichbar und mit sichtlicher lust haucht fivian rohen materialien leben ein. je knapper der aufwand, desto besser. wenn zwei pinselstriche genügen, braucht er nicht drei. was er mit wenigen strichen an die oberfläche bringt, geht allerdings in die tiefe. die dinge tauchen bei ihm aus einem in der sorgfältigen grundierung angelegten untergrund auf und schweben in einem raum, dessen koordinaten sich in der aufgewühlten, zur monochromie tendierenden farbe verlieren.

(caroline kesser)