Theres Wey

Foto Peter Huber Foto Peter Huber Pigmente auf Papier, Foto Peter Huber Künstlerbuch mit Gerold Späth, Aquarell und Gewürze Pigmente und Handschrift Tusche auf Fabrianopapier Ausstellung 2010 Gerold Späths Künstlerbücher alte Fabrik Rapperswil Aquarell und Stempel auf Papier Foto Miriam Rutherfoord Foto Miriam Rutherfoord Installation im ehemaligen Mädchenheim der Spinnerei Foto Regina Piotrowski Foto K Falscher Foto K. Fülscher Foto Miriam Rutherfoord Foto Werner Hauser öl auf Sperrholz 2001 und Fotografien 50x70 cm, 2001 Foto Werner Hauser vorne: seerosenteich, 2000/ öl auf sperrholz, ø 110 cm/ hinten: hinten: o.t., 1999–2000 öl auf leinwand, je 58 x 68 cm 55 x 45 cm, eitempera auf leinwand

Bio

1954 geboren und aufgewachsen in Zürich
1976 Studienjahr arts plastiques, Sorbonne, Paris
1977-82 Schule für Gestaltung Zürich (heute zhdk, Diplom)
1982/83 Reise durch Algerien, Niger, Benin mit Reisendem Lernkollektiv St. Gallen
1990 Aufenthalt in Rom
1991 Geburt von Miriam
lebt mit Thomas Rutherfoord in Winterthur


Ausstellungen

Einzelausstellungen (Auswahl):
2017 Oxyd, Winterthur, mit Thomas Rutherfoord
2015 Galerie Claudine Hohl, Zürich
2011 Galerie Claudine Hohl, Zürich
2010 Galerie Visarte, Zürich
2006 Kunsttreppe Winterthur (mit Brigitte Stadler)
2004 Kunsthalle Winterthur (mit Theo Hurter)
2002 galerie ge, Winterthur
2000 Forum Vebikus,Kammgarn Schaffhausen
1999 Galerie Marie Louise Wirth, Zürich
1995 pulsart galerie, Winterthur


Gruppenausstellungen (Auswahl) :
2018 Denkerei Mobil, Text und Bild, Villa Flora Winterthur
das kleine format, pas de deux, 18 Künstlerduos Villa Meier Severini, Zollikon
2017 Dezemberausstellung, Kunstmuseum Winterthur
2016 100 Jahre Dezemberausstellung, Kunstmuseum Winterthur
Inspiration Flora, Villa Flora Winterthur
2015 Lavorarte Murg
2012 Focus Dezemberausstellung, Kunstmuseum Winterthur
2010 Gerold Späths Künstlerbücher, Alte Fabrik Rapperswil
2009 87x Universalkasten, Künstler der Edition Howeg, Kunstzeughaus Rapperswil
2003 zwischen Tradition und Innovation, Schloss Wartenfels, Lostorf
2001 Malerei?Malerei! Kunstmuseum des Kanton Thurgau, Kartause Ittingen
1999 Freunde des Objektiven Wohnens, Stiftung Binz 39, Zürich
1995 Kunsthalle Winterthur, mit Brigitte Stadler und Monika Sennhauser
1994 46x zweidimensional, Haus für konstruktive und konkrete Kunst, Zürich
absehbar, 20 Künstlerinnen des Schöllerareals, Zürich
1990 Was steht denn vor der Tür, Shedhalle Zürich
1986 Kunsthaus Oerlikon Zürich

1986-1997 Teilnahme an jurierten und unjurierten ausstellungen der Kunstszene Zürich
1994-2017 Teilnahme an den jurierten Dezemberausstellungen der Künstlergruppe, Winterthur Kunstmuseum Winterthur

Publikationen
Drei Vögel im Rosenbusch, 2017 mit Gerold Späth, 9 Künstlerbücher Unikate
Mein Lac de Triomphe 2009 mit Gerold Späth, 9 Künstlerbücher Unikate
Focus, Kunstmuseum Winterthur 2012
100 Jahre Künstlergruppe 2016
Theres Wey, unabbildbare Bilder, Kunsthalle Winterthur Remiseverlag 2004
Malerei? Malerei! Kunstmuseum des Kanton Thurgau 2001
Was steht denn vor der Tür? Shedhalle Zürich 1990


Preise & Stipendien

2014 Carl-Heinrich-Ernst-Preis, Winterthur 2014
2009 Atelier, Spazio Culturale Svizzero di Venezia
2008/9 Atelier der Visarte Kanton Zürich, Cité des Arts, Paris
2001 Reisestipendium des Kunstvereins Winterthur nach New York 2001
1998 Maler Dünner Förderpreis , Winterthur
1994 Kunststipendium des Kantons Zürich

Arbeiten in öffentlichen Sammlungen
Kunstmuseum Bern, Kanton Zürich, Stadt Winterthur und Landbote Winterthur


Diverses

aus der rede von christine jenny, wissenschaftliche assistentin am kunstmuseum winterthur, anlässlich der erstmaligen verleihung des maler dünner förderpreises vom 8. märz 1998:

«die bilder von theres wey sind unspektakulär. mit ihrer aussergewöhnlich feinen, leichten farbgebung drängen sie sich nicht auf. sie halten sich zurück, bis wir uns ihnen zuwenden und uns mit ihnen beschäftigen. wenn wir ihnen jedoch unsere aufmerksamkeit schenken, stellen wir fest, dass sie raum schaffen.
dieser eindruck, dass die bilder einen raum eröffnen, rührt massgeblich von der verwendung der farbe gelb her. seit 1991 malt theres wey mit gelb und weiss. mit dieser beschränkung hat sich gleichzeitig die bandbreite der möglichen gelbwerte erweitert. nicht die signalwirkung des gelb steht im vordergrund, sondern vielmehr die vielfalt der verschiedenen gelbwerte, die beim indisch- oder neapelgelb gar bis ins rötliche gehen können.
neben dem farbwert ist der farbauftrag bei diesen bildern wichtig. die künstlerin trägt die farbe so dünn auf, dass sie wie ein hauch von gelb über der leinwand schwebt. diese transparenten farbschichten, zusammen mit den zuweilen sich auflösenden konturen und überlagernden formen bewirken eine verunsicherung in der betrachtung. es ist, als würden wir die augen zusammenkneifen, um im gegenlicht eine form ausfindig zu machen, die wir zu erahnen meinen. derart betrachtet thematisieren die gelben bilder von theres wey das ephemere, das feine, das fragile.
doch mit der farbe gelb assoziieren wir nicht nur das sonnenlicht, sondern auch die sonne selbst. in der chinesischen kunst ist jeder himmelsrichtung eine farbe zugewiesen. dem zentrum, um das sich alles dreht, ist die farbe gelb zugeordnet. wenn wir die bilder von theres wey unter diesem aspekt nochmals betrachten, stellen wir fest, dass das fragile, ephemere, fest im bild verortet ist. einmal ist die bildfläche mit einer rechteckigen form, ein andermal mit einer runden besetzt.
diesen bildern liegt die wahrnehmung einer realen situation zu grunde: der blick der malerin durch die holzlatten im oberen lettenbad in zürich auf die darunter fliessende limmat. diesem nebeneinander von statik (der holzlatten) und fliessen (des wassers) wollte sie eine form geben.
die nachfolgenden bilder haben sich allmählich davon gelöst. sie sind nicht mehr
als darstellung einer ausserbildlichen realität zu verstehen. das, was sie darstellen, die farbe gelb, das licht, der lichtraum selbst sind durchaus real. das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass theres wey ihren bildern keine titel mehr beifügt, im gegensatz zum ersten bild dieser werkgruppe, das noch „lettenbad unpolitisch“ hiess und damit an die situation anfangs der neunziger jahre in zürich denken lässt.
bildqualitäten, wie sie die malerei von theres wey auszeichnen, lichte farbgebung und dünner auftrag, werden oftmals als schwäche verstanden und damit leicht unterschätzt. sie bergen aber die kraft des feinen und leichten in sich.eine kraft, die wir oft erst dann wahrnehmen, wenn uns eben dieses unfassbare und schwer wahrnehmbare fehlt. eine kraft, die sich langsam im stillen entfaltet.
in der fülle an visuellen eindrücken, denen wir täglich begegnen, wirken die bilder von theres wey wie ein moment des innehaltens, der reinigung, der klärung. und sie eröffnen uns neue räume.»