Theres Liechti

Bio

1968 geboren in Zürich
seit 1990 in Winterthur
verheiratet, 1 Sohn
2002–2007 Zürcher Hochschule der Künste


Ausstellungen

2016
Jubiläumsausstellung Künstlergruppe Winterthur, Halle 1020, Winterthur
Parcours humain, Tramdepot Burgernziel, Bern
Inspiration Flora, Winterthur
Seife und Wachs, Villa Sträuli, Winterthur
2015
Creators choice, Kunstforum, Winterthur
Vatikan, Tanz und alte Tapeten, Neuwiesenhof, Winterthur
Lavorarte-Kunst im Mädchenheim, Murg
Archebarkeschiffundfloss, oxyd, Winterthur
2014
Bei Wasser und Brot - Wissenschaft trifft auf Kunst, zhaw, Wädenswil
Skin to Skin – über Haut und Häute, Gewerbemuseum, Winterthur
2013
Dezemberausstellung, Kunsthalle, Winterthur
Zehn Jahre Fontana-Gränacher Stiftung, Villa Meier-Severini, Zollikon
2012
Gezeichnete Menschenbilder, Raiffeisen Kunstforum, Winterthur
Mit Humor – luzid bis rabenschwarz, oxyd ,Winterthur
Im Wald, Kunstkasten, Winterthur
2011
Skulpturen-Symposium, Galerie Weiertal, Winterthur (Kat.)
Kunstfestival Robinson, Kunst(Zeug)Haus, Rapperswil (DVD)
Die Garderobe, Binz 39, Zürich
Kantonale Jahresausstellung, Stadthaus, Olten
Dezember-Ausstellung, Kunsthalle, Winterthur
2010
K10, Ortungen, oxyd Kunsträume, Winterthur (Kat.)
Dezember-Ausstellung, Atelier Alexander, Winterthur
26. Kantonale Jahresausstellung, Kunstmuseum, Solothurn


Preise & Stipendien

2012
Preisträgerin Fontana-Gränacher Stiftung
1998
Werkbeitrag Kanton Zürich
Förderpreis Stadt Winterthur


Diverses

Theres Liechti zeichnet, malt, fertigt Objekte und kreiert Animationsfilme.
Während sie als Zeichnerin geradezu tabulos das Körperliche ins
Zentrum rückt, kreisen ihre Animationsfilme um Poesie, Skurrilität und
unterschwellige Spannungen im Alltäglichen.

Um das Jahr 2007 entdeckt Theres Liechti das Medium des Animationsfilms, das seither viel Raum in ihrem Oeuvre einnimmt. Sie wendet das traditionelle Stop-Motion-Verfahren an, eine Filmtechnik, bei der durch Aneinanderreihung von Einzelfotografien die Illusion eines Bewegungsablaufs entsteht. Wegen der bewusst niedrigen Bildfrequenz laufen ihre Filme nicht flüssig, sondern stroboskopartig ab, was wunderbar verdeutlicht, wie handwerklich Filmemachen sein kann. Theres Liechti mit ihrer Affinität zum Mechanisch-Handwerklichen
macht diese Technik zur ihrigen und nutzt deren ästhetische Wirkung für ihre Filme.

Die Protagonisten in Theres Liechtis Filmen sind häufig Puppen, Gummitierchen, Plastiksoldaten und andere Dinge aus dem Kinderzimmer. Weshalb diese Vorliebe für Spielzeug? Zum einen lässt sich mit Spielsachen das volle Leben en miniature nachzeichnen, zum anderen liegt der Spielzeugwelt eine einfache Gut-Böse-Struktur zugrunde, die die Künstlerin gerne ihren Filmsequenzen unterlegt. Die Szenen sind anfänglich lustig, gar karikierend und verführen den Betrachter dazu, weiterzuschauen. Nach und nach schleichen sich Spannungen und Abgründigkeiten ein, die simplen Strukturen werden immer komplexer und nähern sich dem echten Leben an.

Eine der wichtigsten Inspirationsquellen für Theres Liechti sind ihre Alltagsbeobachtungen. Sie hat ein Gespür für die Zwischentöne des Lebens, den Blick für die Magie des Gewöhnlichen und die Wunderlichkeiten im Alltäglichen. Und sie hat die Gabe, ihre Beobachtungen witzig, feinsinnig und mit Tiefgang in ihre Kunst einfließen zu lassen.


Textausschnitt: Rebecca Gericke-Budliger
Beruf(ung) Künstlerin. Zehn Jahre Fontana-Gränacher Stiftung.
Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich 2013